Brand Anfang des 19. Jahrhunderts Brand Anfang des 19. Jahrhunderts

Eine Katastrophe für die Versicherung

Der Hamburger Brand 1842

Der Hamburger Brand übte einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Versicherungswesens aus. Das Feuer brach am 5. Mai 1842 in der Deichstraße aus, fand in den mit Waren gefüllten Lagerhäusern genügend Nahrung und wütete bis zum 8. Mai 1842, bis es nach etwa 80 Stunden endlich gelöscht werden konnte. Und dies gelang auch nur, weil sich der Wind gedreht hatte und ein Arm der Alster dem Feuer im Weg war.

Das Feuer hinterließ Chaos und Verwüstung

Während der Brandkatastrophe von 1842 bot Hamburg ein Bild der Verwüstung. Überall brannte oder schwellte es, düstere Rauchschwaden stiegen in den Himmel auf, Detonationen ließen die Stadt erzittern, Häuser brachen zusammen und Plünderer nutzten das Durcheinander, um sich zu bereichern. Die Nicolai- und die Petri-Kirche stürzten ein. Auch das Rathaus fiel den Flammen zum Opfer. Auf der Alster brannte ausfließender Spiritus und die Feuerwehr war heillos überfordert.

160.000 Menschen lebten damals in Hamburg. Von heute auf morgen hatten 20.000 Menschen kein Dach mehr über dem Kopf und 51 starben. Ungefähr 1.100 Wohnhäuser, 4.000 Wohnungen und 102 Speicher fielen dem Feuer zum Opfer. Der Schaden belief sich auf etwa 135 Millionen Mark.

Dies war eine riesige Summe für die Feuerversicherer, die sie schwer bewältigen konnten und die sie bis an ihre Grenzen brachte.

Der Hamburger Brand kostete die Versicherer riesige Summen

Die meisten Schäden mussten von der Gothaer Feuerversicherungsbank reguliert werden, da die Gothaer damals - wie auch heute noch - ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit war. Dies war für so ein junges Unternehmen eine gewaltige Aufgabe, zumal es sich auch noch mit Verleumdungen von konkurrierenden Versicherungsunternehmen herumschlagen musste.

Aber die Gothaer Feuerversicherungsbank schaffte es, im Laufe von wenigen Monaten die Schäden zu begutachten und genügend Gelder in Form von Pfandbriefen und Stadtanleihen zu beschaffen. Insgesamt konnten 1,4 Mio. Taler an die Versicherten ausgezahlt werden. Viele der Brandopfer forderten eine Barauszahlung der Entschädigung in preußischen Talern, weshalb die Gothaer Versicherung 250.000 Taler per Schiff von Berlin nach Hamburg transportieren ließ.