Hitzewelle und Trockenheit

Wer zahlt eigentlich, wenn der Wald brennt?

Die erste Hitzewelle des Jahres 2019 ist da und auch die anhaltende Trockenheit sorgt dafür, dass in einigen Teilen Deutschlands die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe ausgerufen ist.

Hirsch steht einsam im abgebranntem Wald, hinten ist noch Feuer zu sehen Hirsch steht einsam im abgebranntem Wald, hinten ist noch Feuer zu sehen

Besonders betroffen ist aktuell der Nordosten Deutschlands. So machte Anfang Juni ein Waldbrand bei Jüterbog in Brandenburg bundesweit Schlagzeilen, weil Munitionsreste im Boden die Löscharbeiten erschwerten. Aber auch in vielen anderen Gebieten bleibt die Waldbrandgefahr hoch. Angesichts der heißen Wetterlage drängt sich die Frage auf: Wer zahlt eigentlich wenn der Wald brennt?

Der deutsche Wald in Zahlen

Deutschland besteht zu einem knappen Drittel aus Wäldern, umgerechnet rund 11,4 Millionen Hektar (siehe Grafik). Von dieser Fläche befindet sich knapp die Hälfte in Privatbesitz. Den Rest teilen sich Länder (29 Prozent), Städte und Kommunen (19 Prozent) und der Bund (4 Prozent). Das Bundesumweltamt registriert jedes Jahr rund 1.000 Waldbrände, der Gesamtschaden dieser Brände beläuft sich auf etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Im Gegensatz zum öffentlichen Wald, der in der Regel nicht versichert ist, sind Brandschäden in Wäldern, die sich in Privatbesitz befinden, durch den Abschluss einer Waldbrandversicherung gedeckt.

Infografiik Waldfläche Infografiik Waldfläche

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Was ist versichert?

Für viele Waldbesitzer ist der eigene Wald Kernstück ihrer Existenz. Kommt es dort zu einem Brand, bietet eine Waldbrandversicherung umfassenden Schutz. Bei der Gothaer sind der stehende Waldbestand, geschlagenes Holz, Abräumkosten, Feuerlöschkosten, Kultivierungskosten, aber auch Weihnachtsbaumkulturen versichert. Ersetzt wird der durch Brand verursachte Sachschaden bis zur Höhe der vereinbaren Versicherungssumme.

Wodurch entstehen Waldbrände?

Häufige Auslöser von Waldbränden sind Blitzeinschläge, aber auch längere Hitzeperioden ohne Regen verstärken die Waldbrandgefahr. Oft jedoch trägt auch der Mensch sein Scherflein dazu bei, dass der Wald brennt. Die aus Unachtsamkeit weggeworfene Zigarette ist dabei nur ein Beispiel für den leichtfertigen Umgang mit entzündlichem Material. Kommt es dadurch zu einem Waldbrand, ist ein passender Versicherungsschutz unerlässlich.

„Entsteht durch fahrlässiges Verhalten ein Waldbrand, leistet die private Haftpflicht-Versicherung des Verursachers für den Schaden. Wir unterscheiden dabei nicht zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit. Auch wenn Rauchen im Wald oder ein offenes Feuer natürlich gesetzlich verboten sind.“ – Konrad Göbel, Privathaftpflicht-Experte bei der Gothaer.

Göbel empfiehlt, auf eine ausreichend hohe Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro zu achten. Sollte ein Versicherungsnehmer allerdings bewusst und gezielt einen Waldbrand auslösen, darf er keine Leistungen seines Haftpflicht-Versicherers erwarten. Denn eine private Haftpflichtversicherung kommt nur für Schäden auf, die nicht vorsätzlich verursacht werden.

Wie können Waldbrände vermieden werden?

Die Deutschen sind dafür bekannt, eine besonders ausgeprägte Beziehung zum Wald zu haben. Damit es gar nicht zu einem der sommerlichen Waldbrände kommt, sollten alle Menschen, die im Wald unterwegs sind, folgende Sicherheitstipps des Deutschen Feuerwehrverbandes einhalten:

• Keine offenen Feuer (auch Grillfeuer) im Wald entzünden

• Nicht rauchen und keine brennenden Zigaretten wegwerfen

• Keine Glasflaschen oder Glasscherben im Wald liegen lassen

• Mit dem Auto keine Waldwege befahren und nicht auf leicht entzündlichen Grasflächen parken

• Zufahrten und Rettungswege freihalten

• Zugangsverbote in Waldgebiete beachten

• Brände und Rauchentwicklungen melden (Notruf 112) und Löschversuche unternehmen

Aktuelles Thema für die Kundenansprache

Ähnlich wie diese Sicherheitstipps ist auch der Hinweis auf einen adäquaten Versicherungsschutz gegen Waldbrände ein perfekter Anlass für eine fokussierte Kundenansprache. Die in diesem Blogbeitrag zum Ausdruck gebrachten Informationen eignen sich hervorragend, um seine Bestandskunden auf die Notwendigkeit einer privaten Haftpflichtversicherung mit ausreichend hoher Deckungssumme hinzuweisen.

Was sonst noch bei sommerlicher Hitze passieren kann und welche Versicherung dann greifen sollte, zeigt dieser Artikel im Gothaer Maklerblog.