Unterversicherung
70 Prozent der kleinen Unternehmen und Selbständige haben Versicherungslücken – oft ohne es zu wissen. Wie der Jahresmeldebogen zum Beratungshebel wird.

Max Mustermann, 38, verkauft Sportausrüstung online. Vier Jahre nach der Gründung läuft sein Shop gut. Als sein Versicherungsberater den jährlichen Meldebogen durchgeht und diesmal gezielt nachfragt, kommen drei Lücken ans Licht: Für Cyberrisiken hat der Shop keine Cyberversicherung. Die Betriebshaftpflicht basiert noch auf den Umsatzzahlen von vor vier Jahren. Und die neue Eigenmarke ist nicht durch eine Produkthaftpflicht gedeckt. Max hatte keine dieser Lücken auf dem Radar. Nicht weil er nachlässig ist, sondern weil er nicht wusste, dass er seinen Versicherungsschutz anpassen muss.
Dieser Fall ist frei erfunden. Trotzdem ist das Beispiel realistisch. Das belegt der Hiscox Global Protection Gap Report 2025. Die Studie zeigte, dass 70 Prozent der kleinen Unternehmen und Selbstständigen Versicherungslücken hatten. So fehlte 27 Prozent der befragten Deutschen eine Berufshaftpflicht, 30 Prozent der KMU waren ohne Cyberversicherung unterwegs.
Einer der Gründe für die Versicherungslücken ist, dass sich kleine Betriebe oft schnell entwickeln. Das Auftragsvolumen steigt, neue Leistungen kommen hinzu, digitale Tools halten Einzug, aber der Versicherungsschutz zieht selten automatisch mit. Die Lücke entsteht also nicht durch Gleichgültigkeit, sondern durch Unwissenheit.
Für Vertriebspartnerinnen und -partner bedeutet das: Im Gewerbebestand schlummert erhebliches Potenzial. Ein wirksames Instrument haben sie mit dem Jahresmeldebogen bereits in der Hand. Wer ihn konsequent als Beratungshebel nutzt, erkennt Lücken, bevor sie zum geschäftsgefährdenden Risiko werden. Diese Felder stehen dabei im Fokus:
Wie hat sich der Jahresumsatz entwickelt?
Sind Risiken im Laufe des Jahres hinzugekommen oder weggefallen?
Wenn eine Vertriebspartnerin oder ein Vertriebspartner sagt: „Ich habe mir Ihre Angaben genau angesehen und mir sind ein paar Punkte aufgefallen“, ist das kein Verkaufsgespräch, sondern echte Beratung. Geschäftskunden schätzen es, wenn ihr Versicherungspartner mitdenkt und Risiken erkennt, bevor sie zum Problem werden. Wer heute seinen Gewerbebestand durchgeht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Fall wie Max Muster und seinen Onlineshop darin finden.