Gesundheitsreform
Die Gesundheitsreform kommt – auch mit neuem Gesundheitsminister. Schlägt jetzt die Stunde der PKV? Mit wem es sich wirklich lohnt, über einen Wechsel zu sprechen, und warum Zusatzversicherungen eine noch größere Rolle spielen werden.

Lange herbeigesehnt, dringend notwendig, viel diskutiert: Am 10. Juli haben Bundestag und Bundesrat die Gesundheitsreform der schwarz-roten Regierung durchgewunken. In Kraft treten wird das so genannte Beitragssatzstabilisierungsgesetz am 1. Januar 2027. Damit soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) besser finanzierbar werden. Auswirken wird sich das auch auf die private Krankenversicherung (PKV). Worauf sich Maklerinnen und Makler einstellen müssen und wie sich die Gesundheitsreform für den Vertrieb nutzen lässt.
Die GKV darf laut Sozialgesetzbuch grundsätzlich nur Leistungen zahlen, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind, also im Kern nur das Nötigste abdecken. Um mehr Kosten zu sparen, wurde bei der Gesundheitsreform jetzt nochmal besonders genau hingeschaut, für welche Leistungen der Staat Geld ausgibt.
Das Ergebnis: Beim Zahnersatz sinkt der Grundzuschuss von 60 auf 50 Prozent – ein Top Verkaufsargument in Sachen Zahnzusatzversicherungen. Bei Medikamenten werden höhere Zuzahlungen fällig, bei Homöopathie fällt die Kostenübernahme ganz weg, beim Hautkrebs-Screening ist eine Umstellung auf ein risikobasiertes Modell vorgesehen.
Das macht vor allem private Zusatzversicherungen attraktiver. Wer Komfort, die modernste Medizin oder hohe Ästhetik wünscht, muss das zusätzlich privat absichern. Und viele Deutsche – das zeigen die seit Jahren wachsenden Zahlen bei den Zusatzversicherungen – sehen das offenbar genauso.
Mit der Reform steigt ab 2027 zudem die Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro. Der PKV-Verband beziffert die Nettobelastung, die dadurch auf Gutverdiener zukommt, auf rund 200 € im Jahr. Wer davon betroffen ist, könnte über einen Wechsel zur PKV nachdenken. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) sind das rund 5,4 Millionen.
Problem: Gleichzeitig mit der Beitragsbemessungsgrenze steigt auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Viele Angestellte, die wechseln wollen, können deshalb nicht ohne Weiteres wechseln.
Dennoch bietet die Reform einen guten Anlass, um mit dem einen oder anderen Kunden ins Gespräch zu kommen. Für junge, gesunde Personen mit hohem Einkommen kann sich der Wechsel in eine PKV gerade jetzt lohnen.
Vor dem Hintergrund der zum 01.01.2027 folgenden Einschränkungen des Leistungsspektrums gesetzlicher Krankenversicherungen wird das verlässliche Produktportfolio der privaten Krankenversicherung noch attraktiver.
Wichtig ist aber vor allem Transparenz in der Beratung. Wer nur zur PKV wechselt, um Geld zu sparen, denkt zu kurz. Der Wechsel sollte eine Überzeugungstat und eine bewusste Entscheidung für das lebenslang garantierte Mehr an Leistung sein, weil die eigene Gesundheit es einem wert ist.
Hier gibt es mehr Informationen zu den PKV-Tarifen der BarmeniaGothaer sowie den Zusatzversicherungen.